Interview: Hacking the Human Brain Code

Pascal Kaufmann is hacking the human «Brain Code». He is also building superorganisms consisting of humans. Read our interview with the co-founder and visionary of Starmind.

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Lassen Sie uns gemeinsam eine Reise antreten

Starmind kombiniert künstliche Intelligenz und Erkenntnisse aus der aktuellen Hirnforschung, um Mitarbeitende in Unternehmen miteinander zu vernetzen. Das selbstlernende «Hirn» von Starmind kann jede Frage entweder direkt beantworten oder leitet die Frage an den richtigen Experten weiter. Was als Frage/Antwort-Plattform angefangen hat, kann inzwischen hunderte von Datenquellen analysieren und macht dieses Wissen allen Mitarbeitenden innerhalb einer Unternehmung zugänglich.

 

The “super” in superorganism denotes a higher level of organization, an association composed of multiple organisms of the same species.

Starmind wurde 2010 von Pascal Kaufmann und Marc Vontobel gegründet und zählt heute über 80 Angestellte in Zürich, Frankfurt und New York. Seit 2017 gibt es mit Starmind-X, eine dedizierte Innovationsabteilung, in welcher Moonshot-Projekte für Starmind entwickelt werden. innohack erhielt von Starmind-X den Auftrag, die Machbarkeit und das Marktpotenzial für 10 disruptive Ideen zu evaluieren. Für die besten drei Ideen hat innohack ausserdem aufgezeigt, wie sie schneller auf den Markt gebracht werden können. Wir durften mit Pascal Kaufmann über Innovation, künstliche Intelligenz und Moonshots diskutieren - just im Juli 2019, dem 50 Jahre Jubiläum der Mondlandung.

 

Pascal,du bist ausgebildeter Neurowissenschafter, wie hast du zum Thema künstliche Intelligenz gefunden?

Das Interesse an KI entstammte schon aus meiner Zeit am Gymnasium, als der Griechisch Lehrer die Prometheus Sage erläuterte und der Deutschlehrer den Homunculus aus Faust-II erklärte. In meiner Diplomarbeit "Digital Neuroscience: Growing Virtual Neural Tissue" habe ich mich unter der Leitung von Prof. Dr. Rolf Pfeifer, Direktor des damaligen AI Labs in Zürich und Prof. Dr. Rodney Douglas, Leiter des Institut für Neuroinformatik an der ETH mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Später habe ich dann meine Forschung am Artificial Intelligence Laboratory der Universität Zürich vertieft.

 

Was ist künstliche Intelligenz überhaupt?

Den Begriff der künstlichen Intelligenz gibt es schon seit den 50er Jahren. Hingegen wird der Traum der Automatisierung schon seit tausenden von Jahren verfolgt, z.B. als die Menschen Feuerstein entdeckten, der wesentlich dazu beigetragen hat, das Feuer mit weniger Aufwand zu entfachen. Automatisierung, wie wir diese heute kennen, funktioniert meist nur für genau die spezifische Aufgabe, auf Unerwartetes können fixe Regeln nur schlecht reagieren. Was heute als künstliche Intelligenz verstanden wird, entspricht häufig sehr ausgeklügelter Automatisierung. Künstliche Intelligenz sollte allerdings auch mit Unbekannten und Ungewissheit umgehen können, kreativ sein, nach vorne denken quasi und eigene Regeln entwickeln. Das Transferieren von bekanntem Know-How auf unbekannte Situationen ist eine Eigenschaft, die noch nicht künstlich nachgebaut werden kann, just dies wäre eine wichtige Ingredienz von KI. Ich glaube, dass eine Welt mit menschen artiger, künstlicher Intelligenz realistisch ist, dazu gilt es, den «Brain Code» resp, das Prinzip der Intelligenz zu verstehen.

 

Welche Rolle spielt der Mensch in einer solchen Welt?

Nach meiner Einschätzung gibt es zur Zeit keine künstliche Intelligenz sondern sehr eindrückliche Automatisierung. Im Wesentlichen ist es die Intelligenz von menschlichen Programmierern, welche in Programmiercode festgehalten und ausgeführt wird. Es existieren viele Probleme, die trivial für uns Menschen erscheinen, welche jedoch noch unmöglich für eine KI zu lösen sind. Selbst wenn ein Computer ein Problem grob lösen kann, ist das meistens mit extremem Aufwand verbunden. Zum Beispiel benötigt ein Computer Millionen an Bildvorlagen umeinen Hund auf einem Bild zu erkennen. Der Mensch kann das besser mit nur einer einzigen Vorlage. «Big Data» und «Deep Learning» haben dem Fortschritt der KI mehr geschadet als genutzt, denn es verleitet den Menschen anzunehmen, dass das Hirn einfach ein schneller Computer sei. Diese Analogie erscheint mir unzutreffend, viel eher sollten wir das Hirn als eine Art Superorganismus verstehen, welches aus Milliarden von Akteuren zusammengebaut ist.

 

Wie funktioniert Starmind, denn diese Firma baut ja auch Superorganismen quasi aus Mitarbeitern?

Wenn wir die Starmind-Technologie auf Unternehmen anwenden, verknüpft es MitarbeiterInnen einer Organisation, so dass ein kommunizierender Superorganismus entsteht. Wird eine Frage an das Konzernhirn gestellt, können mehr als 90% der Anfragen sofort und automatisiert gelöst werden. Für die restlichen 10% der Fragen findet Starmind den geeignetsten Experten im Unternehmen, welcher die Frage beantworten kann. Dies führt zu einer Symbiose aus dem menschlichen Know-How und dem Computer, welches erweiterte Intelligenz schafft, man spricht auch von«augmented intelligence».

Bullish on the Brain Side of Things

 

Was ist Starmind-X und was hat sich die Abteilung zum Ziel gesetzt?

Starmind-X ist die Innovationseinheit von Starmind, die das nächste Moonshot-Projekt finden und umsetzen soll. Es geht darum, das Starmind der Zukunft zu konzipieren.

 

Was zeichnet für dich ein Moonshot-Projekt aus?

Oft ist eine Firma mit inkrementellen Verbesserungen von schon existierenden Lösungen vollends ausgelastet oder zufrieden. Ein Moonshot-Projekt hingegen zeichnet sich dadurch aus, ein unentdecktes oder ungelöstes Problem zu lösen, quasi die Bedürfnisse der Zukunft auf heute abzubilden und so zu helfen, die richtigen Entscheide schon heute zu treffen.Häufig scheitern Moonshot-Projekte, da diese neuartig und sehr ambitioniert sind. Wäre ein Konzept offensichtlich, gäbe es dieses schon als Produkt umgesetzt.

 

Wieso habt ihr innohack. als Innovationspartner für Starmind-X ausgewählt?

Wir arbeiteten seit mehreren Monaten an verschiedenen erfolgsversprechenden Projekten.Irgendwann hilft es, Ideen mit einem externen Partner zu diskutieren, der unabhängig ist und frische Ansichten einbringen kann. Wir konzentrieren unsere Ressourcen nun auf lediglich 3 Projekte anstatt 10. Uns gefällt der Spirit von innohack und die can-do Mentalität. Der Innovationsprozess von innohack hat viel Gemeinsamkeiten mit dem Innovationsprozess von Starmind. So bilden sich viele Synergien. Zudem arbeiten wir gerne mit smarten und intelligenten Leuten zusammen, die Partnerschaft mit innohack war daher rasch geschlossen.

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