Interview: Building a Successful SaaS Business in Rapperswil, Switzerland

Jeremias Meier co-founded bexio in 2013. 6 years later, he sold the company to Mobiliar. He iterated often and relied on user feedback to grow at breakneck speed.

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Lassen Sie uns gemeinsam eine Reise antreten

Jeremias Meier ist der Mitgründer und CEO von bexio. Die Business-Software bietet alles, was für die erfolgreiche Führung eines Kleinunternehmens benötigt wird: Kundenverwaltung, Auftragsbearbeitung und Buchhaltung. Jeremias hat die Firma mit Sitz in Rapperswil 2013 mit zwei Kollegen gegründet und 6 Jahre später an Die Mobiliar verkauft. Trotzdem ist Jeremias auf dem Boden geblieben. Im Interview mit innohack durften wir ihn fragen, wie alles angefangen hat, wie bexio so schnell gewachsen ist und was er von Kundenfeedback hält.

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Hallo Jeremias, was treibt dich an jeden Tag dein Bestes zugeben? Welche Ziele verfolgst du persönlich?

Ich habe immer gerne mit anderen Menschen Dinge aufgebaut. Eine Firma aufzubauen und positives Feedback von Kunden und Mitarbeitern sind die wichtigsten Quellen meiner Motivation.

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Jeremias, du bist der MitgrĂĽnder und CEO von bexio. Wie ist es dazu gekommen?

Gemeinsam mit zwei Kollegen hatten wir bereits vor bexio eine erste Firma aufgebaut. Beim Aufbau dieser Firma, waren wir ziemlich gut in der Arbeit mit unseren Kunden, hatten aber die Administration nicht im Griff. Um uns selbst die Administration zu vereinfachen, haben wir dann die erste Version einer Software entwickelt, mit welcher wir Offerten schreiben, Rechnungen erstellen und Kunden verwalten konnten. Ein paar Jahre später ist daraus ein Business geworden und wir haben im Dezember 2013 bexio gegründet.

"Mit dem richtigen Werkzeug geht's einfacher"

Es ist immer schwierig die ersten Kunden fĂĽr ein neuartiges Produkt zu gewinnen. Wie bist du mit bexio vorgegangen?

Am Anfang war es schwierig. Wir haben dabei sehr vieles ausprobiert und sind oft gescheitert. Ich erinnere mich, dass wir anfangs mit einem Aussendienstmitarbeiter starten wollten. Das hat dann trotz teurem Auto nicht funktioniert ;-) Wir hatten am Anfang klassische Vertriebsprozesse der Branche kopiert, bis wir gelernt haben, dass uns die Technologie nicht nur neue Möglichkeiten in unserer Software gibt, sondern auch einen komplett anderen Vertriebsansatz ermöglicht.

 

Wie sieht dieser neue Vertriebsansatz aus?

Wir haben 90% unseren Kunden ĂĽber Onlinemarketing und Direktvertrieb gewonnen. Als wir damit vor knapp 10 Jahren gestartet sind war das hier noch ziemlich neu.

Da wir vor Allem zu Beginn mit kaum Ressourcen auskommen mussten, waren wir immer gezwungen sehr effizient und Daten getrieben zu arbeiten. Zu wissen was aus einem Franken Marketing rauskommt, welche Kanäle wie gut funktionieren und wo wir Geld verbrennen war und ist zentral. Wir haben immer gesagt, wenn wir es nicht messen können, dann machen wir es nicht.

 

Wann wusstest du, dass ihr mit bexio auf dem richtigen Weg seid?

Einerseits haben uns die vielen positiven Kundenfeedbacks bestärkt. Andererseits auch als wir sahen, dass wir skalieren können, d.h. wir waren in der Lage plus minus vorauszusehen wie viel Umsatz wir aus einem Franken Vertriebseinsatz generieren werden können.

 

bexio hat heute ĂĽber 20'000 Kunden. Wie seid ihr so schnell gewachsen? Kannst du ein paar Tipps mit uns teilen?

Wir haben viel experimentiert, bis wir einen skalierbaren Vertriebsansatz gefunden hatten. Anfangs haben wir so ziemlich alles falsch gemacht. Dabei haben wir aber gelernt eine gesunde Fehlerkultur zu pflegen – nur so haben Mitarbeiter Freiräume neues zu entwickeln.

Im Vertrieb haben wir am Anfang viel auf Onlinemarketing und Direktvertrieb gesetzt. Das hat gut funktioniert und ist immer noch ein wichtiger Teil unseres Vertriebsansatzes.

Heute ist unser Mix viel breiter und wir nutzen auch „klassische“ Medien. In letzter Zeit haben zudem Partnerschaften bspw. mit unseren 600 Treuhand-Partnern oder Banken stark an Bedeutung gewonnen.

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Kurz- und langfristige Ziele konkurrieren in schnell wachsenden Firmen immer um Ressourcen. Wie priorisiert ihr eure Ressourcen?

Am Anfang lag der Fokus immer auf der schnellen Lieferung von Kundenmehrwert und Investitionen ins Wachstum. Inzwischen ist es wichtig eine Balance zu finden zwischen kurz- und langfristigen Initiativen. Auch haben Lifecycle-Themen an Bedeutung gewonnen. Am Anfang war das egal und wir waren bereit technische Schulden in Kauf zu nehmen. Schliesslich wussten wir anfangs nicht, ob wir in einem Jahr noch existieren;-)

 

Am Community Day kommen sämtliche bexio Mitarbeiter direkt mit Kunden in Kontakt.

Denk mal zurĂĽck als bexio gerade auf den Markt gekommen ist. Welche Produkt-Features habt ihr fĂĽr das Minimum Viable Product damals priorisiert und warum?

Als wir begonnen haben und auch die erste Version auf den Markt brachten, wussten wir nicht was ein MVP ist. Wir waren selbst Kleinunternehmen und in erster Linie interessiert unsere eigenen Probleme zu lösen. Ich glaube, dass war eines unserer Erfolgsrezepte.

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Das klingt ja fast als brauche es gar kein Kundenfeedback. Welchen Stellenwert hat Kundenfeedback heute bei bexio?

Kundenfeedback hat einen sehr hohen Stellenwert! Wir haben sehr viele Kanäle über die uns Kundenfeedback erreicht. Von einem öffentlichen Ideenportal in dem Kunden über Ideen und Wünsche diskutieren können, bis zu regelmässigen Kundenumfragen und Beta Tests mit kleinen Gruppen. Auch schreibe ich jedes Jahr allen Kunden eine persönliche Email und Frage nach Feedback. Da bin ich dann ein paar Tage mit Emails beantworten beschäftigt ;-) Noch wichtiger ist es, das Feedback das unsere 150 Mitarbeiter bei der Zusammenarbeit mit unseren Kunden täglich erhalten sichtbar zu machen. Wir haben dafür einen eigenen Kanal in Slack in welchem die ganze Firma Kundenfeedbacks „posten“ und lesen kann.

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Jeremias sendet persönliche Mails an sämtliche Nutzer um Feedback zu erhalten.

Ich weiss, dass ihr bei bexio immer wieder Design Sprints durchfĂĽhrt. Wann verwendet ihr diese Methode und wieso?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Design Sprints gut funktionieren um schnell und interdisziplinär Lösungen für komplexe Probleme zu entwickeln und diese dann auch gleich zu validieren. Insbesondere die schnelle Validierung, was auch schnelles Scheitern bedeuten kann, finde ich sehr wertvoll.  

 

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